Kaffeeländer im Check

Brasilien. Äthiopien. Vietnam. Dein Kaffee ist ein echter Kosmopolit. Hier erfährst du, wo er sonst noch angebaut wird. Und was die verschiedenen Anbaugebiete so besonders macht.

Woher kommt Kaffee ursprünglich? Die meisten würden wohl auf „Südamerika” tippen. Man kennt es aus der Werbung: Ein kolumbianischer Kaffeebauer mit Strohhut prüft hingebungsvoll seine Kaffeekirschen.

Äthiopien: Die Wurzel des Kaffees

Fakt ist: Die Wiege des Kaffees liegt in Äthiopien. Dort haben sich Hirten schon vor über 1000 Jahren mit einem selbst gemachten Energieriegel aus Kaffeesamen, Fett und Gewürzen wach gehalten. Und die Entdeckung des Kaffees? Ist einem Mythos zufolge ein paar Ziegen aus Kaffa zu verdanken, die nach dem Genuss der Pflanze aufgedreht herumgesprungen sind. “Moment, da stimmt doch was nicht!” dachten sich die Hirten und wurden so auf die anregende Wirkung der Kaffeebohne aufmerksam.

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Was ist eigentlich der „Kaffeegürtel“?

Inzwischen hat Kaffee längst die Welt erobert. Die Pflanze wird heute in über 85 Ländern angebaut – allein Café Royal bezieht die Bohnen aus über 20 Staaten. Man findet Kaffeeanbaugebiete nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien und Ozeanien, in Süd- und Mittelamerika sowie in Nordamerika und in der Karibik. Wichtigste Bedingung für das Wachstum der Pflanze? Die Nähe zum Äquator. Diese Lage wird auch „Kaffeegürtel” genannt. Liegt ein Land zwischen dem 23. nördlichen und dem 25. südlichen Breitengrad, sind die klimatischen Verhältnisse für den Kaffeeanbau optimal.

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Die Top 5 der größten Kaffeeländer

Aus welchen Ländern kommt dein Kaffee aber genau? Vermutlich nicht aus Hawaii, Australien oder Kuba. Diese Länder bauen zwar auch Kaffee an, gelten aber eher als Exoten. Schauen wir uns mal die Big Player an. Damit es spannend bleibt, starten wir mit Platz 5:

#5 Äthiopien

Kaffee ist der wichtigste Rohstoff Äthiopiens. 15 Millionen Menschen können von der Kaffeeernte leben. Die Coffea Canephora (aka Robusta) wächst dort noch wild und in vielen verschiedenen Variationen. Erforscht ist davon nur ein Teil.

#4 Indonesien

Mit gleich drei ertragreichen Anbauregionen (Sumatra, Sulawesi und Java) liegt Indonesien auf Platz vier. Funny Sidenote: Der verrückteste und zugleich teuerste Kaffee der Welt hat seine Wurzeln ebenfalls hier: Kopi Luwak. Dabei werden die Kaffeekirschen von Schleichkatzen gefressen. Während das Fruchtfleisch verdaut wird, bleibt der Bohnenkern komplett erhalten. Und wird ausgeschieden. Gereinigt, geröstet und gemahlen landet er dann in der Tasse. Wohl bekomms!

#3 Kolumbien

Platz drei schnappt sich Kolumbien mit seinen vollen und körperreichen Kaffees. Seine Berge schaffen viele Mikroklimas, die für eine reiche Palette an Noten sorgen und Kaffeekäufer aus aller Welt anlocken. Eine weitere Besonderheit Kolumbiens: hier wird zwei Mal pro Jahr geerntet.

#2 Vietnam

In Vietnam wird überwiegend Robusta angebaut. Der hat keinen guten Ruf, den aber zu Unrecht. Dennoch wird ein Großteil der in Vietnam angebauten Kaffeebohnen zu Instantkaffee weiterverarbeitet.

#1 Brasilien

Über 35% des Kaffees weltweit kommen aus Brasilien. Das hat Auswirkungen auf den Weltmarkt: Fällt hier der Preis, dann schwächelt er auch an allen anderen Orten. Fun Fact: In Brasilien wird im Gegensatz zu den meisten Anbauländern die Hälfte des erzeugten Kaffees selbst getrunken. Vielleicht ist das der Grund, dass man dort lieber Samba als einen gemütlichen Walzer tanzt.

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Andere Länder, anderer Kaffee

Aber ob Exot oder Kaffeeriese. Ob Honduras oder Haiti. Jedes Land, jede Region hat ihr eigenes charakteristisches Geschmacksprofil. Das hat Auswirkungen auf die Weiterverarbeitung: Kaffee aus Indien wird mit seinen vollen und säurearmen Bohnen zum Beispiel gerne für Espressoröstungen verwendet. Und die weichen, blumigen Noten aus Ruanda schätzt man eher in einem Filterkaffee. Im Endeffekt ist sowieso alles Geschmackssache. Aber es ist doch gut zu wissen, dass es über 85 Länder gibt, durch die du dich durchprobieren kannst.

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