The Third Wave of Coffee

Kaffee liegt im Trend und wer von der „Third Wave of Coffee” gehört hat, verknüpft diese unumgänglich mit szenigen Coffeeshops, Latte Art und ausgefallenem Kaffeeequipment. Wir erklären, warum wir bereits in der dritten Phase der Kaffeebewegung stecken und weshalb Bohne und Konsument gleichermaßen von ihr profitieren.

Wenn Kaffee Wellen schlägt – auf Englisch „Waves” –, dann hat das wirtschaftliche, soziale und kulturhistorische Hintergründe. Bereits drei Mal hat sich die Produktion und die Zubereitung von Kaffee in der kurzen Geschichte seines kommerziellen Konsums derart gewandelt, dass wir heutzutage von drei verschiedenen Wellen des Kaffees sprechen. Geprägt hat die Begriffe die US-amerikanische Trish Rothgeb, Röstmeisterin und erste weibliche Q-Graderin des renommierten Coffee Quality Instituts.

First Wave of Coffee: Masse statt Klasse

Vor Beginn der ersten Welle wurde „das braune Gold” als Luxusgut gehandhabt, in kleinen Spezialitätenläden verkauft und stand nur wohlhabenden Bürgern zur Verfügung. Mit Anbruch der 1930er Jahre änderte sich das drastisch. Erstmals war Kaffee auch in den Supermärkten erhältlich – gemahlen, vakuumiert und für jedermann bezahlbar. Die Nachfrage der abgepackten „Backsteine” war kaum zu bremsen, ebensowenig der gnadenlose Produktionsrausch der Großhändler. Die neue Massenware forderte bald ihre Tribute: schlechte Anbaubedingungen, unfaire Löhne, bis zur Verbrennung geröstete Kaffeebohnen und ein daraus resultierender Qualitätseinbruch im Geschmack.

verbrennung-bohnen-third-wave

Second Wave of Coffee: „Zum Mitnehmen, bitte!”

Mit Beginn der 1960er Jahre leitete in den USA der niederländisch-stämmige Alfred Peet die Gegenrevolution ein: die Eröffnung seines Kaffeehauses „Peet’s Coffee & Tea” in Kalifornien stand ganz im Zeichen der Rückbesinnung zum Qualitätskaffee. Sein umfassendes Wissen um die braune Bohne teilte und lehrte er bereitwillig – nicht zuletzt mit den Gründern von Starbucks. Ihnen wiederum ist der weltweit riesige Erfolg von Espressobars sowie vieler beliebter Espresso-basierter Getränke wie dem Latte Macchiato oder dem Cappuccino zu verdanken. Nach jahrzehntelanger Unterbrechung fanden so qualitativ höherwertige Arabica-Bohnen wieder zurück in die kommerzielle Kaffeetasse. Oder besser: In den Kaffeebecher. Denn die Revolution zog nicht nur Vorteile mit sich. Neben der Erfindung des Coffee-To-Go-Bechers gesellten sich im Laufe der Zeit immer mehr Extras wie Sahne, Sirups und Sprinkles dazu, die den Eigengeschmack des Kaffees paradoxerweise wieder in den Hintergrund rückten.

cappuccino-zubereitung-third-wave

The Third Wave of Coffee: Gute Qualität, guter Geschmack

Seit den 1990er Jahren befinden wir uns in der neuen Generation des Kaffees, der sogenannten “Third Wave of Coffee”. In ihrem Fokus steht der (gute) Geschmack und der Kaffeegenuss. Die Kaffeebohne muss die bestmöglichen Bedingungen auf jedem einzelnen Schritt ihrer Reise erfahren, um ihr maximales Geschmacksprofil zu entwickeln. Erst dann kann sie, ähnlich wie Wein, als Genussmittel gehandhabt werden. So weisen die aus einem Anbauland stammenden Single Origin Kaffees völlig unterschiedliche Charakteristika auf. Während in afrikanische Single Origins häufig florale, beerige oder zitrische Nuancen erkennbar sind, dominieren bei den Südamerikanern schokoladige, nussige und karamellähnliche Noten. In sogenannten Cuppings wird der Kaffee nach eben diesen Eigenschaften degustiert.

Neben dem guten Geschmack spielt auch der soziale und ökologische Faktor eine wesentliche Rolle in der Third Wave. Denn wenn Kaffeebauern faire Löhne, regelmäßige Schulungen und transparente Hilfestellungen erhalten, profitieren alle davon – wie auch bei unserem Herzensprojekt La Laguna in Honduras.

kaffeebohnen-roestung-third-wave

Bitte(r) nicht: Der Trend zur helleren Röstung

Ein massives Umdenken herrscht auch beim Thema Kaffeeröstung. Wurden in der First Wave Kaffeebohnen noch verwässert und verbrannt, setzt die dritte Generation auf helle bis mittlere Röstungen, um den Eigengeschmack der hochwertigen Kaffees beizubehalten. Nichtsdestotrotz eignen sich kräftigere Röstungen für den klassischen Espresso sowie Espresso-basierte Getränke am besten. Allerdings wird auch hier auf eine lange, sorgfältige Röstung geachtet, damit angenehme Röstaromen entstehen und unerwünschte Bitterstoffe gar nicht erst austreten. Übrigens entstehen Bauchschmerzen beim Kaffeetrinken nur dann, wenn zu kurz und scharf geröstet wurde.

Tampen, pressen, drücken: Die Vielfalt der Kaffeezubereitung

Ein weiterer Aspekt der Third Wave ist die herausragende Zubereitung des Kaffees. Angefangen von hingebungsvoller Latte Art ausgebildeter Barista bis hin zu alternativen Zubereitungsmethoden wie der Chemex, der Aeropress oder der Frenchpress. Begleitet werden die neuen oder wiederentdeckten Gerätschaften von elektrischen Kaffeemühlen, speziellen Wasserkochern und Waagen. Wem das zu viel ist oder der Platz auf der Küchenzeile fehlt, der ist mit seiner Convenience Maschine trotzdem gut beraten. Die Zubereitung ist dank der Voreinstellungen in der Maschine ohnehin auf Perfektion getrimmt. Für den wahren Third-Wave-Genuss fehlt nur noch der richtige Kaffee. In unserem Sortiment sind Sie mit den Single Origin Coffees, den Fair and Organic Coffees oder dem La Laguna Espresso gut beraten.

chemex-filter-third-wave

Passende Produkte