Kaffeezubereitungen in Asien, Afrika und Co.

Internationale Kaffeespezialitäten: Das ist weitaus mehr als der berühmt-berüchtigte „Katzenkaffee” Kopi Luwak. Denn Länder wie Costa Rica, Äthiopien oder Vietnam pflegen seit Jahrhunderten eine beeindruckende Kaffeekultur. Wir nehmen Sie mit auf eine Reise.

Mitteleuropa ist bekannt für seine Kaffeekultur und dessen Spezialitäten, etwa den Café Crème, den Café au lait und nicht zuletzt den Espresso. Aber Kaffee wird selbstverständlich auch außerhalb der westlichen Kaffeehäuser getrunken – zumal auf ungewöhnlichste Weise. Wir lassen die Kaffeeverarbeitungsländer hinter uns und reisen in die Länder, in denen das “braune Gold” produziert wird: Zentralamerika, Südostasien und Ostafrika. Dort haben wir Traditionen ausfindig gemacht, die mit den unseren wenig gemein haben. Und die Frage auftun: „Worum geht es beim Kaffeetrinken eigentlich?“.

Costa Rica und Vietnam: Ein Kaffeefilter mit Tradition

Seit Generationen fließt der Kaffee in Costa Rica durch den etwas rustikal anmutenden Apparat namens „Chorreador“ – ein hölzernes Gestell mit einem um einen Ring gespannten Stoffsieb. Der Name leitet sich vom spanischen Verb „chorrear” ab, was so viel wie „durchrinnen“ bedeutet. Die Technik erinnert an den westlichen Klassiker: Sobald die gewünschte Menge Kaffeepulver im Stoffnetz liegt, wird langsam kochendes Wasser hinzugefügt. Der aufgegossene Kaffee landet frisch extrahiert im Becher direkt unter dem Sieb. Für die Costa Ricaner ist das die beste Art Kaffee zuzubereiten – schnell und geschmacklich hervorragend.

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Rund 17.000 Kilometer entfernt in Vietnam tröpfelt der Kaffee ebenfalls durch einen Filter in die Tasse. Dort wird er „Phin“ genannt und besteht nicht etwa aus einem Stoffnetz, sondern einem runden Edelstahlgehäuse. Im Gegensatz zu seinem costaricanischen Bruder kommt der Phin ohne zusätzliches Gerüst aus und liegt wie eine Art Deckel direkt auf der Tasse. Der von den französischen Kolonisten nach Vietnam gebrachte „Ca Phe“ ist recht dunkel wie stark und wird traditionell mit Kondensmilch serviert. Die gezuckerte Milch war damals einfacher erhältlich als Frischmilch. Mittlerweile hat sich der klassische Ca Phe verselbstständigt und kommt auch mal mit Joghurt, Ei oder im Smoothie daher.

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Äthiopien und Kolumbien: Wenn der Kaffee Nebensache ist

Unsere Reise führt uns weiter nach Äthiopien, dem Mutterland des Kaffees. Die Äthiopier schenken dem Kaffee viel Aufmerksamkeit. Drei Mal am Tag wird er in einem aufwendigen Zeremoniell zubereitet. Neben einem kniehohen, kunstvoll dekorierten Tisch befindet sich die Feuerstelle. Für dreißig Minuten röstet die Frau, die die Zeremonie führt, rohe Kaffeebohnen so lange, bis Öl austritt. Nach dem Zerkleinern mit Mörser und Stößel kommt der gemahlene Kaffee in eine schwarze Kanne, die „Jebena“. Dort wird er bis zu dreimal aufgekocht und anschließend mit viel Zucker ausgeschenkt – vom jüngsten Kind im Raum an die älteste Person, die zugegen ist. Dann folgen Familie, Freunde und Nachbarn. Die Anzahl der Teilnehmer ist groß, denn Kaffeetrinken zählt in Äthiopien zu einem wichtigen gesellschaftliches Ereignis im Dorf. Für Gesprächsstoff sorgen die Politik, das Leben und natürlich etwas Klatsch und Tratsch. Kurzum: Es geht weniger um das Leeren der Tasse als um das gemeinsame Beisammensein. Der Spruch „Buna dabo naw“, zu Deutsch „Kaffee ist unser Brot“, bringt es auf den Punkt. Falls sich Ihnen jemals die Chance auftun sollte solch einer Runde beizuwohnen, sei Ihnen empfohlen: Trinken Sie mindestens drei Runden Kaffee mit – namentlich die Abol, Tona und Baraka. Alles andere kränkt den Gastgeber.

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Weg aus Afrika, hin zu Kolumbien – dem mit 14.500 Säcken Kaffee drittgrößten Produktionsland hinter Brasilien und Vietnam. Ebenso wie im weit entfernten Afrika reduzieren die Kolumbianer ihren Kaffee nicht nur auf sein Koffein. Hier ist er weniger Genussmittel als vielmehr eine gesellige Einladung unter Freunden. Das mag, zugegeben, auch am gewöhnungsbedürftigen Geschmack des sogenannten „Tinto“ liegen. Das kleine, schwarze Traditionsgetränk ähnelt optisch dem italienischen Espresso. Allerdings hören die Gemeinsamkeiten hier schon auf. Der Grund: Kolumbiens Kaffeebohnen, die zu den weltweit hochwertigsten zählen, verlassen nach ihrer Ernte fast gänzlich das Land. Die Einheimischen hingegen trinken das, was übrig bleibt: Kaffee minderer Qualität. Diesen rösten die Kolumbianer bis zum Rande der Verbrennung. Das Ergebnis ist ein tinteartiges Gebräu aus Bohnen, welches in sämtlichen Straßen Kolumbiens mit reichlich Zucker aus Thermoskannen serviert wird. Auch wenn die Bezeichnung Kaffee auf Tinto nicht unbedingt zutrifft: Die Menschen dort lieben ihn. Sie bieten Tinto jedem an, der ihnen über den Weg läuft. Aus Gastfreundschaft.

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Spanien und Arabische Welt: Wo Kaffee Farbe bekennt

Wer denkt, nur tausende Kilometer von unseren Längengraden entfernt gäbe es außergewöhnlichen Kaffee, der irrt. Gar nicht so weit weg von unseren Haustüren ist der „Torrefacto“ kaum wegzudenken. Wer die Bohnen für diesen typischen spanischen Kaffee mit hiesigen Röstgraden vergleicht, stellt fest, dass sie um einiges schwärzer sind als die europäische Norm. Um nicht zu sagen: pechschwarz. Die ungewöhnlich dunkle Färbung zeugt von einem nicht minder nhrerfavetösRchen linhgnngewöu des Rohkaffees zusammen mit rund zwanzig Prozent Zucker. Wie ein Karamellmantel umgibt der Zucker während des Röstens die Bohnen. Aufgrund dieses Schutzes halten sie der Hitze besonders lange stand. Diese Art und Weise des Kaffeeröstens ist auch in Frankreich, Portugal, Costa Rica und Argentinien üblich. Für einen typischen Torrefacto werden die dunklen Bohnen in einem Blend gemischt – 20 bis 30 Prozent der pechschwarzen Bohnen treffen auf 80 bis 70 Prozent „normale Bohnen”. Der daraus gebrühte Kaffee ist stark und schmeckt bitter. Deshalb wird auch dieser mit reichlich Zucker getrunken. Zucker gegen den Zucker. Irgendwie widersprüchlich, aber in Spanien gang und gäbe.

Zu guter Letzt führt es uns in die arabischen Länder. Dass es helle und dunklere Röstgrade gibt, wissen wir bereits. Aber dass er fast gelblich in die Tasse fließt, ist uns neu. „Qahwa“ heißt der Kaffee, der in den arabischen Ländern serviert wird und dessen Ursprung bei den Beduinen liegt. Die Bohnen erfahren eine extrem helle Röstung. Bereits das gemahlene Pulver lässt erkennen, dass der daraus gebrühte Kaffee nicht annähernd den Bräunungsgrad erreicht, mit dem wir vertraut sind. Das helle Kaffeepulver wird in einer Kanne heißem Wasser aufgekocht. Entweder ganze oder gemahlene Kardamomkapseln kommen ebenfalls dazu, die den Gelbstich des fertigen Qahwa umso mehr untermalen. In der Regel wird dieser Kaffee nach dem Aufkochen und Ziehen ausgeschenkt und zur Abwechslung ohne Zucker – dafür mit reichlich süßen Datteln – aufgetischt.

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Mit einem Knopfdruck nach Guatemala und Co.

Und wie kommen Sie in den Genuss dieser internationalen Kaffeespezialitäten, die wir Ihnen vorgestellt haben? Wir haben keine Mühe gescheut, den einen Coffeeshop ausfindig zu machen, der Chorreado, Tinto und Qahwa auf seiner Karte anbietet. Eine “Mission Impossible”, wie wir feststellen mussten. Doch auch wenn sich die eine oder andere Kaffeespezialität auf eine heimische Schiefertafel verirrt, so ist es dennoch empfehlenswert, die Spezialitäten dort zu genießen, wo sie zuhause sind. In Vietnam beispielsweise gibt eine wahre „Kaffeestraße“, die „Triệu Việt Vương“. Zahlreiche Cafés und Bars reihen sich dort aneinander. Ein echter Geheimtipp. Falls so ein Trip jedoch gerade nicht in Ihren Terminkalender oder Ihr Budget passt: Unsere vier exklusiven Single Origin Kaffees India, Guatemala, Ethiopia und Colombia heilen jedes noch so große Fernweh.

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