WÄCHST UND WÄCHST UND WÄCHST: DIE BAUMSCHULE SCHAFFT ARBEITSPLÄTZE

Umdenken können und flexibel reagieren – das sind in der heutigen verrückten Zeit mit Sicherheit die allerwichtigsten Skills. Wir haben mit der Baumschule ein Impact-Projekt gestartet, das nicht nur für die Zukunft der Kaffeeplantagen extrem sinnvoll ist, sondern auch für viele Menschen vor Ort.

Das Ziel ist zunächst eine Zahl: 50.000! So viele Kaffeesetzlinge sollen im kommenden Jahr an unsere Kleinbauern abgegeben werden. Es handelt sich hier nicht um irgendwelche Kaffeepflanzen, sondern um die Arabica-Varietät Parainema. Diese Sorte ist resistent gegen Roya; jene Erkrankung, die wohl für jeden Kaffeebauern der reinste Albtraum ist. Denn der Pilzbefall der Blätter ist nicht nur lästig, sondern kann verheerende Auswirkungen auf die komplette Kaffeeplantage verursachen. Doch die widerstandsfähige Sorte Parainema verspricht nicht nur gesunde Pflanzen, sondern auch gute Erträge.

Smarte Kaffeesorte. Smarte Idee für die Zukunft.

Im Mai dieses für uns alle denkwürdigen Jahres 2020 starteten wir dieses Projekt Baumschule: Wir übernehmen alle Kosten, die mit der Aufzucht der Setzlinge verbunden sind: von Bewässerung, Kaffeesamen, über den Projektkoordinator, Dünger bis zur Organisation der Infrastruktur in der Baumschule in La Laguna, Honduras. Um Anbau und Aufzucht der Setzlinge kümmern sich neben einem Projektverantwortlichen eigens engagierte Arbeitskräfte. In dieser sehr arbeitsintensiven Zeit brauchten wir immens viel Hilfe, um das Gelände vorzubereiten. So konnten wir in dieser schwierigen Corona-Zeit genialerweise lokale Arbeitsplätze schaffen.

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Der Projektverantwortliche, der die neue Arbeit in der Baumschule als riesengrosse Chance annimmt, ist Rene Contreras Lorenzana. Der 48-Jährige Familienvater stand zu Beginn der Pandemie ohne Arbeit da. Dabei hatte der Kaffee schon sein Leben an sich gehörig auf den Kopf gestellt: Bis er vor Jahren hier in der Gegend zufällig zu einer Versammlung hinzustiess, wusste er rein gar nichts über Kaffee. Aber in seinem Kopf machte es exakt zu diesem Zeitpunkt klick. Seitdem ist ihm sonnenklar, was er will: Sechs Jahre lang arbeitete er in den USA dafür, um sich zuhause in Honduras Land für Kaffeeanbau kaufen zu können. Doch ohne das passende Know-how und vor allem ohne stabilen Kaffeepreise damals? Keine Chance. Umso mehr motiviert es ihn nun, mehr über Kaffee und die Techniken dahinter in der Baumschule zu lernen. Und es gibt verdammt viel zu lernen! Die Agronomen Kevin und Darnell leiten das Baumschul-Projekt und geben ihr umfassendes Wissen an die Arbeiter weiter. Rene wird es auf seiner ehemals brachliegenden Farm endlich in die Praxis umsetzen können.

Die Baumschule schafft Arbeitsplätze. Und Wissen.

Im Juni setzten die Arbeiter die Bohnen als Kaffeesamen in die Keim-Beete. Im Juli pflanzten sie die besten Keimlinge in Säcke. Dort bleiben die kleinen Kaffeepflanzen bis zu ihrer Auspflanzung für 11 bis 12 Monate. Bewässert werden sie mit dem Wasser des Reservoirs in La Laguna, einem anderen Projekt, dessen Wasser den Bewohnern den Anbau von Gemüse während des ganzen Jahres ermöglichen soll. Nächstes Jahr können zu geringeren Kosten mit der bestehenden Infrastruktur wieder neue Kaffeesetzlinge gezogen werden. Denn schon in diesem Jahr wächst hier alles nach Plan. In Rene selbst ist auch etwas gewachsen, und zwar ein tiefer Herzenswunsch für sich und seine Familie: “Es ist eine wunderschöne Region und ich habe beschlossen, hier zu leben.” Er hat seine Farm bereits reaktiviert und ist Mitglied der Kooperative geworden. Die Zukunft? Kann losgehen!

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